Planungen ISEK Gemeinde Schlangen
Schlangen
Die Planungen zum ISEK der Gemeinde Schlangen sind in 3 Maßnahmen gegliedert.
Maßnahme B _ Ortskern
Die Ortsmitte von Schlangen wird zwischen Schulzentrum und Dorfkern zu einem hochwertigen, barrierefreien und klimaangepassten öffentlichen Raum mit einem einheitlichen Erscheinungsbild weiterentwickelt. Ein durchgängiges Gestaltungskonzept verbindet die Straßen- und Platzräume zu einem attraktiven und identitätsstiftenden Gesamtraum. Neue Aufenthaltsbereiche, der neugestaltete Rathausplatz mit Fontänenfeld sowie klimaangepasste Grünstrukturen schaffen eine lebendige Ortsmitte für alle Generationen. Die Straßen- und Platzräume werden funktional neu geordnet und niveaugleich ausgebaut. Hochwertige Pflasterbeläge, eine einheitliche
Möblierung, energieeffiziente Beleuchtung sowie neu organisierte Stellplätze schaffen ein attraktives Ortsbild und fördern ein gleichberechtigtes Miteinander von Fußgänger-, Rad- und motorisiertem Individualverkehr. Klimaanpassung ist ein wesentlicher Bestandteil der Maßnahme. Erhaltenswerte Bestandsbäume werden gesichert und durch klimaresiliente Baumarten ergänzt. Großzügige Baumquartiere, Entsiegelungsmaßnahmen sowie Maßnahmen zur dezentralen Regenwasserbewirtschaftung und nach dem Schwammstadtprinzip gestaltete Grünflächen verbessern das Mikroklima, mindern die Hitzebelastung im Ortskern, stärken die Klimaresilienz und erhöhen die Aufenthaltsqualität. Durch die Rückhaltung, Versickerung und verzögerte Ableitung von Niederschlagswasser wird die Ortsmitte zudem besser auf Starkregenereignisse vorbereitet.
Maßnahme C _ Generationenpark, Pastorenwiese
Den ersten Schritt der Maßnahme bildet der Rückbau der im westlichen Bereich der Fläche vorhandenen Gewächshäuser einschließlich der zugehörigen teilversiegelten Flächen. Durch die Entsiegelung entstehen zusätzliche Grünflächen und die Voraussetzung für die Entwicklung eines zusammenhängenden öffentlichen Freiraums. Gleichzeitig werden die natürlichen Bodenfunktionen gestärkt und ein wichtiger Beitrag zur Klimaanpassung geleistet. Die rund 3.500 m² große Fläche wird zu einem multifunktionalen Freiraum mit hoher Aufenthaltsqualität entwickelt. Ein barrierearmes Wegenetz erschließt die Anlage und verbindet die unterschiedlichen Nutzungsbereiche miteinander. Es entstehen naturnahe Spiel- und Bewegungsangebote für verschiedene Altersgruppen mit Sand- und Wasserspiel, Kletter- und Balancierelementen sowie unterschiedlichen Schaukeln. Ergänzend werden Aufenthaltsbereiche mit Sitzmöglichkeiten, eine Boulefläche, ein Schachspiel sowie ein zentral angeordnetes Bühnenpodest geschaffen. Dieses bietet Raum für kleinere Veranstaltungen, kulturelle Angebote, Vereinsaktivitäten und gemeinschaftliche Aktionen und erweitert den Außenbereich des Gemeindehauses als „Dritter Ort“. Zur Sicherstellung eines dauerhaft nutzbaren und bedarfsgerechten Betriebs werden ergänzend eine barrierefreie Komposttoilette sowie ein Multifunktionscontainer errichtet. Der Container dient der Unterbringung von Bestuhlung, Veranstaltungstechnik, Requisiten sowie Spiel- und Bewegungsmaterialien und stellt die notwendige Infrastruktur für Veranstaltungen und die Nutzung der Freianlage bereit. Der vorhandene Baumbestand wird als prägendes Element des Freiraums erhalten und in das Gestaltungskonzept integriert. Ergänzend werden klimaangepasste Baumarten gepflanzt, um den Beschattungsanteil zu erhöhen, das Mikroklima nachhaltig zu verbessern und die Aufenthaltsqualität insbesondere während sommerlicher Hitzeperioden zu steigern. Der Kleinkinderspielbereich wird zusätzlich mit einem Sonnensegel ausgestattet, um auch während sommerlicher Hitzeperioden eine sichere und komfortable Nutzung zu gewährleisten. Die Anlage einer Obst- und Blühwiese stärkt die Biodiversität und schafft wertvolle Lebensräume für Insekten und Vögel. Ein geringer Versiegelungsgrad sowie wasserdurchlässige Beläge fördern die natürliche Versickerung von Niederschlagswasser. Die Anlage steht der Öffentlichkeit dauerhaft zur Verfügung und kann außerhalb von Veranstaltungen jederzeit als Spiel-, Bewegungs- und Aufenthaltsbereich genutzt werden. Dadurch entsteht ein lebendiger Freiraum, der den Ortskern nachhaltig belebt und die Funktion des Gemeindehauses als „Dritter Ort“ sinnvoll ergänzt.
Die bestehenden Wege werden entsprechend ihrer unterschiedlichen Funktionen weiterentwickelt. Der westliche Wegeabschnitt wird barrierearm ausgebaut und mit einer energieeffizienten, insektenfreundlichen Beleuchtung ausgestattet. Dadurch entsteht eine sichere alternative Rad- und Fußwegeverbindung zwischen Ortskern, Pastorenwiese und den überörtlichen Wegeverbindungen. Ergänzend schaffen ein Fernrohr, ein Fotopunkt, ein Wasserspender, ein Klangspiel sowie Sitzgelegenheiten attraktive Aufenthaltsangebote. Der östliche Wegeabschnitt entlang des Schlänger Bachs wird als naturnaher Weg mit wasserdurchlässigem Belag gestaltet. Zum Schutz des prägenden Baumbestandes wird die Wegeführung von den bestehenden Bäumen abgerückt. Dadurch werden die Wurzelbereiche geschützt, die natürliche Niederschlagswasserversickerung verbessert und die klimaökologische Funktion des Freiraums gestärkt. Entlang des östlichen Weges entsteht ein Naturerlebnispfad mit thematischen Stationen zu den Lebensräumen des Schlänger Bachs. Tierfiguren charakteristischer Arten, beispielsweise Biber und Libelle, sowie die Schlange als Bezug zum Ortsnamen vermitteln Naturwissen und stärken die Identifikation mit dem Ort. Den Abschluss bildet ein Aufenthaltsbereich am Schlänger Bach mit Podest, Liegennetz und Sitzstufen. Der vorhandene Baumbestand wird als prägendes Element des Landschaftsraums erhalten und durch klimaangepasste Baumpflanzungen, heimische Gehölze und Blühflächen ergänzt. Offene Grünflächen, wasserdurchlässige Beläge und klimaangepasste Vegetationsstrukturen sichern die Funktion der Pastorenwiese als Kaltluftschneise, fördern die Biodiversität und leisten einen wichtigen Beitrag zur Klimaanpassung sowie zum vorsorgenden Starkregen- und Hochwasserschutz.
Maßnahme D _ Dritter Ort
Die Maßnahme umfasst die funktionale und flexible Ertüchtigung des Gemeindehauses und des Jugendhauses, um eine vielfältige und generationenübergreifende Nutzung zu ermöglichen. Durch eine flexible Möblierung mit Stapeltischen und Stapelstühlen sowie ergänzende Lagermöglichkeiten können die Räume bedarfsgerecht für Veranstaltungen, Seminare, Workshops, Vereinsarbeit und weitere gemeinschaftliche Nutzungen eingerichtet werden. Die elektrotechnische Ertüchtigung schafft die Voraussetzungen für zeitgemäße digitale Angebote und erweitert die Nutzungsmöglichkeiten der Gebäude. Hierzu gehören die Ausstattung der Räume mit moderner Präsentations- und Medientechnik einschließlich Whiteboards sowie die erforderliche digitale Infrastruktur. Im Gemeindehaus werden die Sanitäranlagen entsprechend dem zukünftigen Bedarf modernisiert und umgestaltet. Die Neuordnung der Flächen ermöglicht zusätzliche Lagerkapazitäten sowie eine funktionale Weiterentwicklung des Küchenbereichs mit zugehörigem Lagerraum. Im Jugendhaus wird das bestehende WC reaktiviert und für Familien mit Kleinkindern um einen Wickelbereich ergänzt. Flexible Vorhangsysteme ermöglichen eine variable Raumaufteilung, verbessern die Akustik und schaffen die Voraussetzungen für unterschiedliche Nutzungen – beispielsweise für Krabbelgruppen, Vereinsangebote oder mietfreie Co-Working Plätze. Im Sinne eines nachhaltigen Umgangs mit den Bestandsgebäuden werden vorhandene Bauteile weitestgehend erhalten. Bodenbeläge werden lediglich dort erneuert, wo dies aufgrund ihres baulichen Zustands oder der künftigen Nutzung erforderlich ist.
Visualisierung : lenne3d